Der Alltag der Parkinson-Patienten sollte auf die körperlichen Aktivitäten ausgerichtet werden. Umso früher die Fähigkeiten trainiert werden, umso besser können Defizite ausgeglichen werden, welche später sonst durch die Erkrankung auftreten. Ausdauersportarten, Gymnastik und Physiotherapie können im Verlauf der Krankheit der Erhöhung der Lebensqualität beitragen, die Bewegungsstrategien optimieren und die motorischen Leistungen verbessern. Es ist entscheidend, dass aktivierende Therapien auch rechtzeitig zu Beginn der Erkrankung verordnet werden.

Ausdauersport und fernöstliche Bewegungsformen

Durch Tai Chi können motorische Leistungen verbessert und die Koordination gefördert werden, womit das Sturzrisiko reduziert werden kann. Bei Qi Gong und Tai Chi Chuan handelt es sich um fernöstliche Bewegungsformen, die gerade bei den älteren Menschen das Verletzungs- und Sturzrisiko senken und die motorischen Leistungen fördern. Bezüglich des Gleichgewichts ist Tai Chi Chuan anspruchsvoller wie Qi Gong. Zum Teil wird Qi Gong auch im Sitzen durchgeführt und bei Tai Chi hingegen ist die Ausgangsposition immer der Stand. Bei beiden Formen wird der Gleichgewichtssinn verbessert und zudem auch die muskuläre Ausdauer und die motorischen Leistungen. Abhängig von dem Stil werden bei Qi Gong oder auch bei Tai Chi kampfbetonte, gesundheitspflegende und meditative Ausführungen mit verschiedenen körperlichen Anforderungen geübt. Bei frühen Krankheitsstadien und im Vorfeld der Erkrankung wären auch Ausdauersportarten wie Krafttraining, Laufbandtraining oder Nordic Walking eine interessante Alternative.

Tai Chi Chuan bei Parkinson © am – Fotolia.com

Die Leistungsfähigkeit erhöhen

Ein alltagsnahes Training sollte bei den späten Krankheitsstadien aufgebaut werden, damit die Standfestigkeit erhöht wird, wenn zur gleichen Zeit mit unterschiedlichen Gegenständen gearbeitet wird. Bei dem Kraft- und Laufbandtraining können richtige Bewegungsabläufe zur Verbesserung von Gleichgewicht, Ausdauer und Kraft sorgen und dies wird von den Parkinson-Betroffenen in der Physiotherapie gelernt. Spezielle Trainer führen die Einführung in Nordic Walking, Qi Gong und Tai Chi durch. Mit aktivem und intensivem Üben können die Kraft- und Ausdauerleistungen und die motorischen Leistungen erhöht werden. Bei den ausgeprägten motorischen Defiziten und bei den späten Krankheitsstadien muss dann jedes Defizit spezifisch trainiert werden. Wichtig dabei ist, dass ein Therapieziel gewählt wird. Umso mehr Ziele schließlich gewählt werden, umso weniger konzentrieren sich die Patienten. Alle Patienten mit Parkinson profitieren davon, wenn sich die Übungsverfahren stark wiederholen. Ein alltagsnahes Training wird mit den Patienten aufgebaut und dies wie beispielsweise das Stehen in der Schrittstellung und zur gleichen Zeit wird mit unterschiedlichen Gegenständen gearbeitet, damit die Standkontrolle verbessert wird. Dies ist beispielsweise bei der Küchenarbeit wichtig.

Die Bewegungen mit Physiotherapie ausweiten

Betroffene mit Parkinson bewegen sich oftmals kleinräumig und früh wird das normale Bewegungsausmaß von Muskulatur und Gelenken verlernt zu nutzen. Das Lee Silverman Voice Treatment ist der bislang einzige parkinsonspezifische Therapieansatz mit großräumigen Bewegungsamplituden. Bei dem Ansatz gibt es das einzige Therapieziel das aktive Einleiten und Ausführen von den Bewegungen, welche möglichst groß sind. Mit dem intensiven Training können Bewegungsradius, Schrittlänge und Gehgeschwindigkeit verbessert werden.

Tai Chi Chuan bei Parkinson

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