Von den über 20 Tremorarten ist der essentielle Tremor der, mit der häufigsten Aufrittswahrscheinlichkeit. Behandelt werden konnte der essentielle Tremor bisher hauptsächlich durch Medikamente oder Operationen, die mit erheblichen Nebenwirkungen gekoppelt waren. Die Behandlung mit THC bietet hier einen neuen vielversprechenden Ansatz.

 

Behandlung bei essentiellem Tremor

Die Behandlung mit Medikamenten erfolgt fast ausschließlich mit Betablockern oder Antikonvulsiva. Auch ein operativer Eingriff am Gehirn, wie eine Thalamotomie oder die Stimulation des Gehirnbereichs Nucleus ventralis intermedius (VIM) mit Elektroden bietet eine Möglichkeit, die Beschwerden zu lindern. Bei der medikamentösen Behandlung reichen die Nebenwirkungen häufig  von Müdigkeit, Schwindel bis zu depressive Verstimmungen. Jede operative Behandlung, besonders am Gehirn, birgt immer auch ein gewisses Risiko.

 

Cannabis als Alternative bei essentiellem Tremor
Cannabis als Alternative bei essentiellem Tremor © Africa Studio – fotolia

Gesetzliche Regelung

Bisher war das Verschreiben von Cannabisprodukten nur in Ausnahmefällen möglich und die Krankenkassen übernahmen die Kosten für diese Behandlung nicht oder nur zum Teil. Am 19. Januar 2017 wurde hier jetzt Rechtssicherheit geschaffen. Der Bundestag hat die Freigabe für Cannabis als Medikament für schwere Erkrankungen beschlossen. Damit werden die Kosten für diese alternative Medikation von den Krankenkassen übernommen. Diese Regelung tritt ab März 2017 in Kraft. Damit ist es möglich, dass Ärzte getrocknete Cannabisblüten und Cannabisextrakte für schwer erkrankte Patienten verschreiben.

 

Studien zur Wirkung von Cannabis bei Spastiken

Im Bereich der Therapie von Spastiken mittels THC gibt es bereits umfangreiche Erfahrungen. Bisher wurden Spastiken nur durch die Einnahme von Muskeltonus vermindernder Medikamente und Botulinumtoxinen therapiert. Diese Medikamente erzeugen allerdings auch schweren Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und allgemeine Kraftlosigkeit. Eine alternative Therapie mit Cannabis zeigt hier bei vielen Patienten gute bis sehr gute Resultate.

 

Studien zur Wirkung von Cannabis bei Tremor in Folge von Multipler Sklerose

Auch im Bereich der Behandlung des Tremors mit Cannabisprodukten gibt es erste Studienresultate. So wurden im Rahmen einer Studie 112 Patienten mit einem Tremor aufgrund Multipler Sklerose mit THC behandelt. Viele der Patienten gaben bei der Befragung eine Verbesserung der Symptome der MS im allgemeinen und im speziellen auch im Bereich des Tremors an. Bei dieser placebokontrollierten Studie konnte bei 2 von 8 Patienten eine deutliche Verbesserung der Symptome des Aktionstremors beobachtet werden. Die Patienten bekamen hierbei 5 – 15 mg THC zur Einnahme. In einem Fall führte auch das Rauchen einer Marihuanazigarette zur Abnahme der Tremorbeschwerden.

 

Fazit

Auch wenn es noch keine direkt Studie zu Cannabisprodukten bei essentiellem Tremor gibt, können Patienten jetzt die Möglichkeit der Medikation mit THC in Anspruch nehmen. Der Bundestag hat hierbei Rechtssicherheit geschaffen, so dass die Medikamente auf Rezept verschrieben und die Kosten von den Krankenkassen übernommen werden.

Cannabis als Alternative bei essentiellem Tremor

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