Motorische Entwicklung

 
Eine motorische Störung oder Auffälligkeit liegt vor, wenn Kinder über weniger entwickelte Fähigkeiten verfügen, als Gleichaltrige. Eine motorische Entwicklung stellt gemeinsam mit der Wahrnehmung eine wichtige Grundlage der Entwicklung eines Menschen dar. Liegt eine Störung der Motorik eines Kindes vor, engen diese nicht nur die Bewegungsabläufe ein, sondern verändern auch die sozialen Aktivitäten. Hinzu kommt ein schwindendes Selbstwertgefühl. Ein Kind erlebt Misserfolge und hinkt hinter der Entwicklung Gleichaltriger her. Von motorischen Störungen können die Grobmotorik aber auch die Feinmotorik betroffen sein. Die Grobmotorik umfasst die großen Bewegungsabläufe, wie zum Beispiel laufen, hüpfen oder rennen. Bei der Feinmotorik geht es um kleinere Abstufungen, die eine genaue Kraftdosierung erfordern. Hierzu gehören zum Beispiel greifen, schreiben oder malen.

Anzeichen motorischer Störungen

 
Motorische Veränderungen eines Kindes erkennt man daran, dass seine Bewegungen nicht altersgemäß und langsamer wie bei anderen Kindern sind. Das Kind ist oft unbeholfen und wirkt tollpatschig. Es hat mit einfachen Bewegungsabläufen häufig Probleme, lässt Dinge häufig ungewollt fallen oder stößt sich. Hinzu kommen Schwierigkeiten beim Sprechen. Das Kind wird dadurch Opfer von Hänseleien und Spott und hat Angst, sich zu blamieren oder zu versagen.

Ursachen motorischer Störungen

 

Motorische Entwicklung
© ZoneCreative – fotolia

Die Ursachen für motorische Störungen können sehr vielfältig sein. Sowohl körperliche Voraussetzungen des Bewegungsapparates aber auch Abläufe im Gehirn oder das Umfeld des Kindes spielen eine bedeutende Rolle. Auslöser können Schädigungen im Hirn, verschiedene Erkrankungen an Muskeln oder Gelenken sowie Atmungs- und Kreislaufprobleme sein. Möglich sind auch Störungen der Seh- und Hörfähigkeit, eine eingeschränkte geistige Entwicklung und Verzögerungen bei der Entwicklung des zentralen Nervensystems. Weitere Ursachen können Misshandlungen, Mangelernährung, beengte Wohnverhältnisse und wenig Bewegungsmöglichkeiten sowie Schädigungen vor oder während der Geburt, sein.

Hilfe für ein Kind

 
Störungen der Motorik sind in vielen Fällen auf eine fehlende Förderung oder einen ungeregelten Tagesablauf des Kindes zurückzuführen. Das Kind sollte daher so viel wie möglich draußen spielen können. Es muss sich dabei selbst kennenlernen, Bewegungen erproben und eigene Stärken nutzen. Bedeutend ist, dass Eltern ihrem Kind Aufmerksamkeit schicken und sein Selbstvertrauen fördern. Daneben können sportliche Aktivitäten, wie Rad fahren, Klettern oder Schwimmen das Verhalten des Kindes fördern.

Zeigt das Kind jedoch längere Zeit Auffälligkeiten, die sich durch fehlendes Selbstvertrauen, Aggressivität oder Angst zeigen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann dann eine Diagnose erstellen und ein spezielles Trainingsprogramm entwerfen, wodurch motorische Störungen behoben werden. Möglichkeiten sind Bewegungstherapien, Ergotherapie und Krankengymnastik. Ziel ist, die eigene Körperbeherrschung und Wahrnehmung des Kindes zu verbessern und ihm nach und nach wieder ein Selbstwertgefühl zu geben.

Motorische Störungen bei Kindern

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