Den Alltag bestreiten mit MS

Den Alltag bestreiten mit MS

MS ist die Abkürzung für Multiple Sklerose und bei dem zentralen Nervensystem stellt dies eine chronisch-entzündliche Erkrankung dar. Neben Epilepsie handelt es sich um die zweithäufigste neurologische Erkrankung. Der Ausbruch der Erkrankung ist meist in dem frühen oder mittleren Erwachsenenalter und Frauen sind verglichen zu Männern häufiger betroffen. Nachdem Nerven im Spiel sind, kann alles im Körper von der Erkrankung betroffen sein. Die Rede ist somit von Sensorik und auch von Motorik und damit Sprechen, Merken, Bewegen, Hören, Sehen oder Fühlen. Anfangs verläuft die Krankheit oft in Schüben und es gibt immer wieder kurze Phasen mit neuen Symptomen. Nach den Phasen bilden sich die Symptome wieder zurück oder bleiben. Entstehen können die Symptome durch Entzündungen bei Nerven in Rückenmark und Hirn. Bei dem Krankheitsverlauf können dann immer neue Beeinträchtigungen hinzukommen. Generell sind bei allen Erkrankten die Symptome anders. Manche haben nur kleine Beeinträchtigungen und wieder andere haben sogar schwere Behinderungen. Gerne heißt die Krankheit auch oft Erkrankung mit 1000 Gesichtern. Nur wenige Erkrankte haben genau die gleichen Beeinträchtigungen und meist wird davon ausgegangen, dass es sich bei MS um eine Autoimmunerkrankung handelt. Das Immunsystem greift sich daher selbst an. MS ist nicht heilbar und mit Medikamenten kann lediglich der Verlauf verzögert werden. Keiner kann die Krankheit rückgängig machen oder sie aufhalten. Es gibt kein allgemeines Heilmittel und deshalb muss jeder Patient die Wirkstoffe testen, welche bei ihm wirken.

Der Alltag mit MS

Bei MS leiden viele Betroffene unter Gefühlsstörungen und in den Beinen kann die Motorik betroffen sein. Nicht selten kribbelt der gesamte Körper und auch die Handflächen können taub sein. Das Kribbeln im Körper kann wandern und oft macht dies sehr unruhig. MS kann die Betroffenen im Alltag viel Kraft kosten und oft besteht das Gefühl, als würden Beine oder Arme nicht zu den Personen gehören. Nachdem das Immunsystem geschwächt ist, können Erkältungen längere Zeit andauern. Bei Schwangerschaften ist zu beachten, dass die MS-Medikamente nicht während der Schwangerschaften empfohlen werden. Es ist nicht sicher, ob der Fötus geschädigt wird. Unter der MS-Medikation ist es auch aufwändiger, wenn man schwanger werden möchte. Die Medikamente sollten deshalb abgesetzt und ausgeschlichen werden. Die Frauen sollten dennoch nicht lange Zeit ohne Medikation bleiben, sonst kann die Schubrate natürlich ansteigen. Während Schwangerschaften kommt es jedoch selten zu Krankheitsschüben und so fühlen sich die Frauen hier meist besser. Bei der Schwangerschaft fährt das Immunsystem schließlich runter und hier greift es sich nicht selbst an. Natürlich ist für den Alltag immer wichtig, wie schlimm die Erkrankung im Körper vorhanden ist. Viele Erkrankte vertragen die MS Medikamente sehr gut und es gibt sogar zum Teil kaum Nebenwirkungen damit. Einige Lebensmittel können MS anfeuern und mit dazu gehören Zucker, Hülsenfrüchte, Getreide und Milch. Am besten wird auf einige Lebensmittel verzichtet. Immer ist der Stresspegel zu beachten und so bedeutet dies weniger Verabredungen und ausreichend Schlaf sind wichtig. Viel Zeit in der Natur ist ebenfalls wichtig und ausreichend Bewegung kann nicht schaden.

Den Alltag bestreiten mit MS
© Jenny Sturm – fotolia

Tetrabenazin – Wirkung und Anwendungsgebiete

Tetrabenazin – Wirkung und Anwendungsgebiete

Tetrabenazin ist ein seit 2007 in Deutschland zugelassener Arzneimittel-Wirkstoff. Tetrabenazin wird zur symptomatischen Behandlung von Chorea Huntington und weiteren Krankheiten eingesetzt. Der Wirkstoff wird ausschließlich zur Behandlung von Dyskinesien eingesetzt, wenn andere Medikamente nicht erfolgreich waren. Das Medikament hat erhebliche Nebenwirkungen und fordert eine engmaschige Überwachung des Patienten.

Tetrabenazin – Wirkung

Der Wirkstoff wurde um 1950 entwickelt und wirkt auf das dopaminerge, serotonerge und noradrenerge Nervensystem. Tetrabenazin hemmt die Aufnahme von Noradrenalin, Dopamin und Serotonin in die präsynaptischen Vesikel (Speichervesikel) von Neuronen. Des Weiteren wirkt Tetrabenazin an der dopaminergen, postsynaptischen Membran schwach antagonistisch.

Tetrabenazin - Wirkung und Anwendungsgebiete
© monropic – fotolia

Tetrabenazin – Dosierung und Nebenwirkungen

Die maximale Tagesdosis wird mit 200 mg Tetrabenazin angegeben. Bei Chorea Huntington Patienten mit ausgeprägten Dyskinesien wird eine Dosierung von 3-mal täglich 25 mg Tetrabenazin empfohlen, es können bei Bedarf allerdings auch 12,5 mg pro Tag ausreichen. Letztere Dosierung wird bei Spätdyskinesie als Anfangsdosis empfohlen. Aufgrund der sehr variablen und geringen Bioverfügbarkeit ist eine exakte Dosierung schwer. Des Weiteren führt der Wirkstoff zu Nebenwirkungen wie Depression und jeder vierte Patient unternimmt, statistisch gesehen, einen Selbstmordversuch. Daher sind eine geringe Anfangsdosierung und eine engmaschige Überwachung notwendig.

Tetrabenazin – Anwendungsgebiete

Das Medikament wird ausschließlich bei Dyskinesien eingesetzt. Dazu gehören Dyskinesien und Spätdyskinesien wie sie bei Chorea Huntington auftreten können. Tetrabenazin sollte nur eingesetzt werden, wenn andere Medikamente gegen Dyskinesien nicht helfen. Des Weiteren ist eine dauerhafte Behandlung in den meisten Fällen nicht notwendig, da Bewegungsstörungen im Krankheitsverlauf zurückgehen und von Rigidität und Dystonie abgelöst werden.

Tetrabenazin – Fazit

Der Wirkstoff ist umstritten und sollte nur mit besonderer Sorgfalt eingesetzt werden. Nicht jeder Chorea Huntington Patient benötigt eine Dyskinesie-Behandlung. Des Weiteren muss das Medikament nicht dauerhaft eingesetzt werden und der Patient sollte engmaschig überwacht werden.

Mögliche Komplikationen einer Brustvergrößerung

Komplikationen einer Brustvergrößerung

Brustvergrößerungen sind bei Frauen sehr beliebt. Rein technisch gesehen, ist es eigentlich ein recht unkomplizierter Eingriff. Aber auch hier, wie bei jedem chirurgischen Eingriff, kann es zu Komplikationen kommen. Deshalb ist es zunächst wichtig, sich entsprechend zu informieren und sich einen kompetenten Chirurgen für den Eingriff zu suchen – dabei sind neben dem Internet auch Fachzeitschriften und Zeitungen mögliche Medien. Professor Dr. med. Nektarios Sinis, Experte für Brustvergrößerungen in Berlin, beschreibt die Problematik wie folgt: „Über Komplikationen wird nicht gerne gesprochen, da auch gewisse Ängste hinter dem Wunsch einer derartigen Veränderung stecken. Es darf aber nicht nur über die schönen Aspekte gesprochen werden.“ Wie diese weniger schönen Aspekte aussehen, beschreiben wir im Folgenden genauer.

Mögliche Komplikationen einer Brustvergrößerung
© euthymia – fotolia

Das Problem mit der Kapselfibrose

Kapselfibrosen sind eine relativ selten auftretende Komplikation nach Brustvergrößerungen mit Implantaten. Dies bedeutet, dass der Körper das Implantat mit einer Bindegewebsschicht umschließt, da er dieses als Fremdkörper erkennt. Zunächst ist dieser Verlauf normal und wünschenswert, sollte aber zu viel von diesem Bindegewebe gebildet werden, entsteht eine Kapselfibrose. Diese harte Bindegewebskapsel drückt dabei das Implantat zusammen und führt dann zu Verformungen der Brust.

In Extremsituationen, wie beispielsweise bei einem Autounfall kann es zu einem Implantat-Bruch kommen. Als Folge tritt dabei Silikon aus, da die Hülle in solchen Fällen reißen kann. Hier besteht aber ein verschwindet geringes Risiko, vorausgesetzt, es handelt sich um zeitgemäße Implantate. Diese sind reißfester und enthalten feste Füllungen, welche ein mögliches Auslaufen verhindern.

Verformen kann sich die Brust außerdem durch das Verrutschen des Implantates. Die Dehnung, welche dabei ausgelöst wird, kann zu einem vergrößerten Brustwarzenvorhof führen.

Eher selten treten Komplikationen wie eine Wundheilungsstörung oder eine übermäßige Narbenbildung auf. Brustimplantate bleiben zudem nicht immer stabil. Darum werden sie häufig 10 Jahre nach der Operation ausgetauscht. Wir empfehlen, auf die neuste Generation von Silikonimplantaten zu setzen – oftmals benötigen diese heutzutage gar keinen Austausch mehr.

Begleiterscheinungen können ebenfalls auftreten. Diese äußern sich meistens nach der Brustvergrößerung in leichten bis mäßigen Schmerzen. Spannungsgefühle und Hämatome gehören auch des Öfteren dazu. Auch Nachbluten und Schwellungen können nach der Operation erscheinen. Zudem kann es zu Empfindungsstörungen kommen.

Um all den möglichen Komplikationen und Begleiterscheinungen vorbeugen zu können, ist eine körperliche Schonung von enormer Relevanz. Belastungen, wie z.B. Sport, sollten für einige Monate gemieden werden. Für die Unterstützung des Heilungsprozesses der Brustvergrößerung wird ein Tape- Verband an die Brust der Patientin angebracht. Schon nach ca. drei Monaten kann dann das fertige Ergebnis beurteilt und begutachtet werden.

Tai Chi Chuan bei Parkinson

Der Alltag der Parkinson-Patienten sollte auf die körperlichen Aktivitäten ausgerichtet werden. Umso früher die Fähigkeiten trainiert werden, umso besser können Defizite ausgeglichen werden, welche später sonst durch die Erkrankung auftreten. Ausdauersportarten, Gymnastik und Physiotherapie können im Verlauf der Krankheit der Erhöhung der Lebensqualität beitragen, die Bewegungsstrategien optimieren und die motorischen Leistungen verbessern. Es ist entscheidend, dass aktivierende Therapien auch rechtzeitig zu Beginn der Erkrankung verordnet werden.

Ausdauersport und fernöstliche Bewegungsformen

Durch Tai Chi können motorische Leistungen verbessert und die Koordination gefördert werden, womit das Sturzrisiko reduziert werden kann. Bei Qi Gong und Tai Chi Chuan handelt es sich um fernöstliche Bewegungsformen, die gerade bei den älteren Menschen das Verletzungs- und Sturzrisiko senken und die motorischen Leistungen fördern. Bezüglich des Gleichgewichts ist Tai Chi Chuan anspruchsvoller wie Qi Gong. Zum Teil wird Qi Gong auch im Sitzen durchgeführt und bei Tai Chi hingegen ist die Ausgangsposition immer der Stand. Bei beiden Formen wird der Gleichgewichtssinn verbessert und zudem auch die muskuläre Ausdauer und die motorischen Leistungen. Abhängig von dem Stil werden bei Qi Gong oder auch bei Tai Chi kampfbetonte, gesundheitspflegende und meditative Ausführungen mit verschiedenen körperlichen Anforderungen geübt. Bei frühen Krankheitsstadien und im Vorfeld der Erkrankung wären auch Ausdauersportarten wie Krafttraining, Laufbandtraining oder Nordic Walking eine interessante Alternative.

Tai Chi Chuan bei Parkinson © am – Fotolia.com

Die Leistungsfähigkeit erhöhen

Ein alltagsnahes Training sollte bei den späten Krankheitsstadien aufgebaut werden, damit die Standfestigkeit erhöht wird, wenn zur gleichen Zeit mit unterschiedlichen Gegenständen gearbeitet wird. Bei dem Kraft- und Laufbandtraining können richtige Bewegungsabläufe zur Verbesserung von Gleichgewicht, Ausdauer und Kraft sorgen und dies wird von den Parkinson-Betroffenen in der Physiotherapie gelernt. Spezielle Trainer führen die Einführung in Nordic Walking, Qi Gong und Tai Chi durch. Mit aktivem und intensivem Üben können die Kraft- und Ausdauerleistungen und die motorischen Leistungen erhöht werden. Bei den ausgeprägten motorischen Defiziten und bei den späten Krankheitsstadien muss dann jedes Defizit spezifisch trainiert werden. Wichtig dabei ist, dass ein Therapieziel gewählt wird. Umso mehr Ziele schließlich gewählt werden, umso weniger konzentrieren sich die Patienten. Alle Patienten mit Parkinson profitieren davon, wenn sich die Übungsverfahren stark wiederholen. Ein alltagsnahes Training wird mit den Patienten aufgebaut und dies wie beispielsweise das Stehen in der Schrittstellung und zur gleichen Zeit wird mit unterschiedlichen Gegenständen gearbeitet, damit die Standkontrolle verbessert wird. Dies ist beispielsweise bei der Küchenarbeit wichtig.

Die Bewegungen mit Physiotherapie ausweiten

Betroffene mit Parkinson bewegen sich oftmals kleinräumig und früh wird das normale Bewegungsausmaß von Muskulatur und Gelenken verlernt zu nutzen. Das Lee Silverman Voice Treatment ist der bislang einzige parkinsonspezifische Therapieansatz mit großräumigen Bewegungsamplituden. Bei dem Ansatz gibt es das einzige Therapieziel das aktive Einleiten und Ausführen von den Bewegungen, welche möglichst groß sind. Mit dem intensiven Training können Bewegungsradius, Schrittlänge und Gehgeschwindigkeit verbessert werden.

Cannabis als Alternative bei essentiellem Tremor

Von den über 20 Tremorarten ist der essentielle Tremor der, mit der häufigsten Aufrittswahrscheinlichkeit. Behandelt werden konnte der essentielle Tremor bisher hauptsächlich durch Medikamente oder Operationen, die mit erheblichen Nebenwirkungen gekoppelt waren. Die Behandlung mit THC bietet hier einen neuen vielversprechenden Ansatz.

 

Behandlung bei essentiellem Tremor

Die Behandlung mit Medikamenten erfolgt fast ausschließlich mit Betablockern oder Antikonvulsiva. Auch ein operativer Eingriff am Gehirn, wie eine Thalamotomie oder die Stimulation des Gehirnbereichs Nucleus ventralis intermedius (VIM) mit Elektroden bietet eine Möglichkeit, die Beschwerden zu lindern. Bei der medikamentösen Behandlung reichen die Nebenwirkungen häufig  von Müdigkeit, Schwindel bis zu depressive Verstimmungen. Jede operative Behandlung, besonders am Gehirn, birgt immer auch ein gewisses Risiko.

 

Cannabis als Alternative bei essentiellem Tremor
Cannabis als Alternative bei essentiellem Tremor © Africa Studio – fotolia

Gesetzliche Regelung

Bisher war das Verschreiben von Cannabisprodukten nur in Ausnahmefällen möglich und die Krankenkassen übernahmen die Kosten für diese Behandlung nicht oder nur zum Teil. Am 19. Januar 2017 wurde hier jetzt Rechtssicherheit geschaffen. Der Bundestag hat die Freigabe für Cannabis als Medikament für schwere Erkrankungen beschlossen. Damit werden die Kosten für diese alternative Medikation von den Krankenkassen übernommen. Diese Regelung tritt ab März 2017 in Kraft. Damit ist es möglich, dass Ärzte getrocknete Cannabisblüten und Cannabisextrakte für schwer erkrankte Patienten verschreiben.

 

Studien zur Wirkung von Cannabis bei Spastiken

Im Bereich der Therapie von Spastiken mittels THC gibt es bereits umfangreiche Erfahrungen. Bisher wurden Spastiken nur durch die Einnahme von Muskeltonus vermindernder Medikamente und Botulinumtoxinen therapiert. Diese Medikamente erzeugen allerdings auch schweren Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und allgemeine Kraftlosigkeit. Eine alternative Therapie mit Cannabis zeigt hier bei vielen Patienten gute bis sehr gute Resultate.

 

Studien zur Wirkung von Cannabis bei Tremor in Folge von Multipler Sklerose

Auch im Bereich der Behandlung des Tremors mit Cannabisprodukten gibt es erste Studienresultate. So wurden im Rahmen einer Studie 112 Patienten mit einem Tremor aufgrund Multipler Sklerose mit THC behandelt. Viele der Patienten gaben bei der Befragung eine Verbesserung der Symptome der MS im allgemeinen und im speziellen auch im Bereich des Tremors an. Bei dieser placebokontrollierten Studie konnte bei 2 von 8 Patienten eine deutliche Verbesserung der Symptome des Aktionstremors beobachtet werden. Die Patienten bekamen hierbei 5 – 15 mg THC zur Einnahme. In einem Fall führte auch das Rauchen einer Marihuanazigarette zur Abnahme der Tremorbeschwerden.

 

Fazit

Auch wenn es noch keine direkt Studie zu Cannabisprodukten bei essentiellem Tremor gibt, können Patienten jetzt die Möglichkeit der Medikation mit THC in Anspruch nehmen. Der Bundestag hat hierbei Rechtssicherheit geschaffen, so dass die Medikamente auf Rezept verschrieben und die Kosten von den Krankenkassen übernommen werden.

Nerven beschädigt- Was nun?

Nerven beschädigt
© ralwel – fotolia.com

Die Schädigung an peripheren Nerven, die von Gehirn und Rückenmark wegführen, kann sehr schmerzhaft und belastend für alle Betroffenen sein. Ein Symptom wie eine einschlafende Hand, die besonders nachts schmerzt, kann auf das sogenannte Nervenengpasssyndrom hindeuten. Hier sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden.

In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Funktionseinschränkung durch die Schädigung an peripheren Nerven und wie Sie langzeitige Schädigungen verhindern.

 

Wie entsteht eine Schädigung an peripheren Nerven?

Durch äußere Einschnürung eines peripheren Nervs, der von Gehirn und Rückenmark wegführt, kann der sogenannte Engpass entstehen. Hier wird der Nerv so stark eingeklemmt, sodass nur ein operativer Eingriff helfen kann, damit langfristige Folgen einer Schädigung aufgehalten werden können.

Da die Übermittlung von Bewegungsabläufen oder Berührungen durch den geschädigten Nerv nicht mehr richtig ans Gehirn gegeben werden können, kann dies zu Funktionsstörungen wie Schmerzen oder Kribbeln führen. Auch Bewegungsstörungen und Temperaturstörungen können auftreten.

Durch die Entwicklung der Mikrochirurgie kann jedoch ein operativer Eingriff eine meist vollständige Regeneration mit sich bringen. Je nach Schwere des Falls kann es vorkommen, dass auch nur die Schmerzen eingedämmt werden.

Unter Durchführung mit einem Operationsmikroskop kann der Chirurg sehr genau arbeiten und eine optimale Versorgung leisten. Die Eingriffe erfolgen auf Wunsch mit örtlicher Betäubung, sodass der Patient kaum etwas von der Operation mitbekommt und zudem nur kleine Narben entstehen, da das Gewebe durch sehr feine Instrumente geschont wird.

 

Beispiele einer peripheren Schädigung

Sehr bekannt ist das Karpaltunnelsyndrom, bei dem eine Irritation des “Nervus medianus” entsteht und zu heftigen Schmerzen, besonders nachts, führen kann.

Hierbei dauert die Entlastungsoperation lediglich 15 Minuten. Bereits nach der Operation wird der Patient wieder schmerzfrei sein.

Beim Ulnarisrinnensyndrom wird der “Nervus Ulnaris” beschädigt und strahlt den Schmerz vom Ellebogen in die Finger aus. Es kann eine Schwäche in den Handmuskeln entstehen, sowie ein pelziges Gefühl in den Fingern. Dies kann den Alltag erheblich stören und die Lebensqualität einschränken. Auch hier kann ein kleiner Eingriff alles verändern.

Fazit

Der Eingriff bei einer Schädigung von peripheren Nerven kann die Lebensqualität nachhaltig wieder herstellen bzw. steigern. Die Operation verläuft schnell und risikoarm, da die moderne Technik heute mit guten Beleuchtungsverhältnissen und Instrumenten arbeitet. Im schlechtesten Fall ist zumindest eine Schmerzlinderung gewährleistet und im besten Falle wird der Patient nach dem Eingriff schmerzfrei sein. Daher sollte ein operativer Eingriff in jedem Falle in Erwägung gezogen werden, damit langfristige Schädigungen wie eine Lähmung der Muskulatur oder stärkere Schmerzen vermieden werden können.

Motorische Störungen bei Kindern

Motorische Entwicklung

 
Eine motorische Störung oder Auffälligkeit liegt vor, wenn Kinder über weniger entwickelte Fähigkeiten verfügen, als Gleichaltrige. Eine motorische Entwicklung stellt gemeinsam mit der Wahrnehmung eine wichtige Grundlage der Entwicklung eines Menschen dar. Liegt eine Störung der Motorik eines Kindes vor, engen diese nicht nur die Bewegungsabläufe ein, sondern verändern auch die sozialen Aktivitäten. Hinzu kommt ein schwindendes Selbstwertgefühl. Ein Kind erlebt Misserfolge und hinkt hinter der Entwicklung Gleichaltriger her. Von motorischen Störungen können die Grobmotorik aber auch die Feinmotorik betroffen sein. Die Grobmotorik umfasst die großen Bewegungsabläufe, wie zum Beispiel laufen, hüpfen oder rennen. Bei der Feinmotorik geht es um kleinere Abstufungen, die eine genaue Kraftdosierung erfordern. Hierzu gehören zum Beispiel greifen, schreiben oder malen.

Anzeichen motorischer Störungen

 
Motorische Veränderungen eines Kindes erkennt man daran, dass seine Bewegungen nicht altersgemäß und langsamer wie bei anderen Kindern sind. Das Kind ist oft unbeholfen und wirkt tollpatschig. Es hat mit einfachen Bewegungsabläufen häufig Probleme, lässt Dinge häufig ungewollt fallen oder stößt sich. Hinzu kommen Schwierigkeiten beim Sprechen. Das Kind wird dadurch Opfer von Hänseleien und Spott und hat Angst, sich zu blamieren oder zu versagen.

Ursachen motorischer Störungen

 

Motorische Entwicklung
© ZoneCreative – fotolia

Die Ursachen für motorische Störungen können sehr vielfältig sein. Sowohl körperliche Voraussetzungen des Bewegungsapparates aber auch Abläufe im Gehirn oder das Umfeld des Kindes spielen eine bedeutende Rolle. Auslöser können Schädigungen im Hirn, verschiedene Erkrankungen an Muskeln oder Gelenken sowie Atmungs- und Kreislaufprobleme sein. Möglich sind auch Störungen der Seh- und Hörfähigkeit, eine eingeschränkte geistige Entwicklung und Verzögerungen bei der Entwicklung des zentralen Nervensystems. Weitere Ursachen können Misshandlungen, Mangelernährung, beengte Wohnverhältnisse und wenig Bewegungsmöglichkeiten sowie Schädigungen vor oder während der Geburt, sein.

Hilfe für ein Kind

 
Störungen der Motorik sind in vielen Fällen auf eine fehlende Förderung oder einen ungeregelten Tagesablauf des Kindes zurückzuführen. Das Kind sollte daher so viel wie möglich draußen spielen können. Es muss sich dabei selbst kennenlernen, Bewegungen erproben und eigene Stärken nutzen. Bedeutend ist, dass Eltern ihrem Kind Aufmerksamkeit schicken und sein Selbstvertrauen fördern. Daneben können sportliche Aktivitäten, wie Rad fahren, Klettern oder Schwimmen das Verhalten des Kindes fördern.

Zeigt das Kind jedoch längere Zeit Auffälligkeiten, die sich durch fehlendes Selbstvertrauen, Aggressivität oder Angst zeigen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann dann eine Diagnose erstellen und ein spezielles Trainingsprogramm entwerfen, wodurch motorische Störungen behoben werden. Möglichkeiten sind Bewegungstherapien, Ergotherapie und Krankengymnastik. Ziel ist, die eigene Körperbeherrschung und Wahrnehmung des Kindes zu verbessern und ihm nach und nach wieder ein Selbstwertgefühl zu geben.

Mit Sport gegen den Nervenverfall – MS

Multiple Sklerose ist eine der häufigsten Nervenkrankheiten bei jungen Erwachsenen. Die Erkrankung neurologischer Basis kommt erst schubweise, bis der letzte Schub zum dauerhaften Zustand wird. Um den dauerhaften Zustand hinauszögern zu können, sind neue Wirkstoffe und Sport äußerst hilfreich. Wie kann das sein?

 

Am nächsten Tag im Rollstuhl?

 

MS ist zwar eine Nervenkrankheit die einen schleichenden Verlauf hat, aber das bedeutet für den Betroffenen nicht, das dieser am nächsten Tag im Rollstuhl sitzen kann. Die Krankheit kann bei jedem Betroffenen anders fortschreiten. Neurologische Ausfallerscheinungen können in Abständen von Tagen, Wochen oder sogar Monaten auftauchen. Je nach betroffenem Ort im Nervensystem treten verschiedene Symptome auf.  Symptome sind Folgen, wie Kribbeln, Gefühlsstörungen, oder der Betroffene sieht doppelt. Auch kommt es vor das sich der Betroffene kraftlos fühlt und sehr oft stolpert.

 

Sport gegen den Nervenverfall
Sport gegen den Nervenverfall © Val Thoermer – fotolia

 

 

Die Behandlung von MS

 

Multiple Sklerose wird nach dem Drei-Säulen-Prinzip behandelt. Die erste Säule ist die Therapie eines Krankheitsschubes, die zweite ist die Therapie der Symptome und die dritte Säule ist die Beeinflussung des Verlaufs der Krankheit. Die dritte Säule soll folgende Schübe vermeiden. Das Spektrum am Medikamenten für Multiple Sklerose ist heute sehr groß, deshalb kann fast jeder Patient behandelt werden. Die Substanzen für die Behandlung sind sehr teuer und müssen oftmals sehr lange angewandt werden, wenn nicht sogar ein Leben lang. Außerdem führen die Medikamente nicht zur Heilung von MS.

 

Sportprogramm für MS-Betroffene

 

Betroffene können ein ausgiebiges Sportprogramm von ihrem Arzt verordnet bekommen. Das Programm fördert nicht nur die Gedächtnisleistung, sondern auch die Konzentrationsfähigkeit steigt. Das ist möglich, da die körperliche Betätigung positiv auf die Neurodegeneration wirkt. Das Sportprogramm wird heute noch zu wenig von Ärzten und Betroffenen angewandt, doch hoffnungsvolle Ergebnisse überzeugen.